Samstag, 13 Juni 2020 11:59

Schreibblockaden überwinden: 9 Tipps, um den Kopf für's Schreiben freizumachen

Wer kennt es nicht: Man sitzt am Schreibtisch und möchte mal wieder in einen richtig produktiven Tag starten. Man hat schön gefrühstückt, hat sich noch einen Tee oder ein Glas Wasser mit an den Arbeitsplatz genommen und ist bereit, loszulegen. Man hat es sich in seinem Schreibtischstuhl bequem gemacht und schaltet den Computer an. Der Bildschirm flackert auf und man öffnet die Datei, an der man zuletzt gearbeitet hat, um weiterzuschreiben. Vielleicht liegt einem die Arbeit am PC auch gar nicht so sehr und man greift lieber zu Stift und Papier, um mit seiner Arbeit zu beginnen. Man ist bereit und hat Ideen und Gedanken im Kopf, die man zu Papier bringen möchte. Doch irgendwie fehlt einem ein guter Start.

Die Formulierungen wirken holprig und man kommt nur schleppend voran. Eigentlich ist alles, was man braucht, da und man hat es im Kopf schon durchdacht. Aber es hilft nichts und irgendwie will das Schreiben nicht gelingen. Man kann nicht das ausdrücken, was man im Kopf hat, und weiß nicht, woran das liegt. Kreative oder auch Schreibblockaden sind Situationen, denen jeder im Schreibprozess ab und zu begegnet. Manchmal gelingt das kreative Schreiben einfach nicht so, wie man möchte. Dies kann schnell frustrieren oder auch Zweifel auslösen, wenn man es nicht schafft, wieder in den Schreibfluss zu gelangen. Es kann schon mal vorkommen, dass direkt der ganze Tag oder mehrere Tage am Stück von der Flaute betroffen sind. Hier ist es schwierig, guter Dinge zu bleiben und das Projekt nicht voller Resignation abzubrechen. Vielleicht bekommt man auch Angst, dass es jetzt gänzlich um das kreative Schaffen geschehen sein könnte.

Derartige Krisen begegnen jedem einmal und auch bekannte Autoren, die schon große Erfolge gefeiert haben, sind nicht vor ihnen sicher. Auch in anderen künstlerischen Branchen findet sich dasselbe Phänomen. Sei es beim Komponieren, beim Malen oder Zeichnen – eine Schaffenskrise, bei der man einfach nicht vorankommt, kann in jedem Bereich vorkommen. Besonders in künstlerischen und kreativen Kreisen ist die Arbeit mit inneren Ideen, Gedanken und Emotionen verbunden. Beim Schreiben gibt man einen Teil seines Selbst in sein Werk, indem man es nach den eigenen Vorstellungen gestaltet. Die Belohnung, die man dafür erhält, drückt sich einerseits in Erfolg und Lob von der Außenwelt aus. Andererseits erfährt man aber auch eine viel persönlichere Belohnung, indem man sieht, dass man etwas vollbracht hat und den inneren Ansprüchen entsprechend zum Erfolg geführt hat. Auch der Schreibprozess an sich kann belohnend sein, wenn man Spaß an der Arbeit hat und daran, sich in neuen Ideen kreativ auszutoben. Diese beiden Formen der Belohnung können gleichermaßen motivieren und das Schreiben vorantreiben.

Schreibblockaden überwinden

Wenn das Schreiben nicht gelingt und man mit einer Blockade zu kämpfen hat, fehlt wahrscheinlich auch die Motivation. Je mehr man sich mit der Blockade und mit möglichen Ursachen und Konsequenzen beschäftigt, desto stärker kann man sich auch in die Situation und in die damit zusammenhängende Frustration hineinsteigern. Dabei kann eine Blockade verschiedene Formen annehmen. Vielleicht fehlen einem komplett die Ideen und man schafft es nicht, originelle oder kreative Gedanken zu produzieren. Der Kopf fühlt sich leer an und der Kreativitätsfunken, der sonst so oft da ist und das Feuer an Ideen entfacht, bleibt aus. Hier wirkt das, was man schreibt oder sich überlegt, schnell mal gekünstelt oder unbedeutend und man weiß nicht so richtig etwas damit anzufangen. Es kann auch mal vorkommen, dass man grob weiß, in welche Richtung man sich mit seinen Ideen bewegen möchte, aber dass man sie einfach nicht in seine Geschichte eingebunden bekommt. Schlimmer ist es vielleicht sogar noch, wenn man klare Ideen und Bilder im Kopf hat, man es aber nicht schafft, seine Vorstellungen umzusetzen. Egal, wie sehr man sich bemüht, es gelingt nicht so, wie man es sich wünscht. Die missglückten Versuche führen einem kontinuierlich das eigene Scheitern vor Augen und man wird immer unzufriedener.

Auch die Bedingungsfaktoren können unterschiedlich sein, sodass Blockaden sich von Person zu Person unterscheiden. Vielleicht hat man Angst, vorherige Erfolge nicht wiederholen zu können und macht sich Sorgen um den kritischen Empfang. Vielleicht hat man aber auch mit eigenen Ansprüchen zu kämpfen und hält sich immer wieder an einzelnen Formulierungen auf, die dem eigenen Perfektionismus nicht entsprechen. Vielleicht gibt man schnell auf und verliert die Hoffnung, dass das Projekt doch noch ein Erfolg werden könnte. Vielleicht verstärkt das wiederholte Scheitern auch Zweifel, die man ohnehin schon hatte, sodass man sie verallgemeinert und auf verschiedene Bereiche überträgt: Die ganze Arbeit kann sich nach sinnloser Zeitverschwendung anfühlen, mit der man gar nicht erst hätte beginnen sollen. Es kann sein, dass manche Menschen positive Bestärkung von außen brauchen und auch den Erwartungsdruck, der damit einhergeht, um fokussiert und motiviert arbeiten zu können. Andere wiederum ziehen sich lieber zurück und werden durch zu viele Rückmeldungen von außen nur verunsichert. Motivierende Faktoren gestalten sich von Person zu Person unterschiedlich. Genauso schränken auch Blockaden verschiedene Menschen unterschiedlich in ihrem Schaffen und ihrer Kreativität ein. Inspiration, die nötige Energie und auch der Mut, nach jedem Scheitern neu anzufangen, lassen sich bei Blockaden jedoch leider nicht nach Belieben abrufen.

Bei Schreibblockaden handelt es sich um ganz normale Situationen, die jedem kreativen Kopf begegnen können. Diesen Blockaden kann man mit ein paar Tricks und Hilfsmitteln entgegenwirken. Auch dann, wenn die Blockade nicht direkt verschwindet und man vielleicht noch einige Zeit mit Produktivitätstiefs zu kämpfen hat, helfen die folgenden Tipps dabei, Stress abzubauen und den Kopf wieder fürs Schreiben freizumachen.

Tipp 1: Behalten Sie das Ziel im Blick

Ziel

Wenn Sie ein Buch schreiben, arbeiten Sie darauf hin, dass es am Ende publiziert wird. Wenn Sie dieses Ziel im Blick behalten, ist auch das Endergebnis klarer und hilft Ihnen, bei der Sache zu bleiben. Auch dann, wenn Sie unmotiviert sind oder an einer Stelle nicht weiterkommen, können Sie sich mit anderen Punkten beschäftigen, die Ihnen letztlich dabei helfen werden, Ihr Ziel zu erreichen. Setzen Sie sich beispielsweise mit Posts für Social Media auseinander, die Ihr Marketing voranbringen werden. Machen Sie sich Gedanken zum Cover und vertiefen Sie sich in diese Arbeiten. So bewegen Sie sich weiterhin auf Ihr Ziel zu und sehen, dass Sie an anderen Stellen vorankommen, wenn es mal an einer Stelle etwas hapert.

Tipp 2: Hören Sie Musik beim Schreiben

Musik kann in sehr vielen Menschen Emotionen und Stimmungen bewirken. Dabei ist es ganz individuell, was welche Musik bei welcher Person auslöst. Musik können Sie also entsprechend nutzen, wenn Sie sich mit einem Thema auseinandersetzen oder eine bestimmte Stimmung herbeiführen möchten. Vielleicht hilft Ihnen eine bestimmte Musik dabei, einen klaren Fokus zu setzen. Vielleicht verbinden Sie bestimmte Titel mit bestimmten Bildern oder Charakteren, sodass Ihnen die Songs dabei helfen können, sich stärker in die Inhalte hineinzuversetzen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Setzen Sie Musik gezielt ein, um Ihren Schreibprozess voranzubringen und sich zu inspirieren.

Tipp 3: Nutzen Sie weitere Medien

Neben Musik können Ihnen auch andere Medien dabei helfen, Inspiration zu finden. Das hängt natürlich davon ab, mit welchem Thema Sie sich beschäftigen und was konkret mit Ihren Inhalten zu tun hat. Schauen Sie sich beispielsweise Dokumentationen oder Spielfilme zu dem Thema an. Vielleicht gibt es auch Fotos oder Artikel, die Ihnen weiterhelfen können. Inspirationen können aus ganz unterschiedlichen Quellen kommen, die neue Ideen anstoßen. Seien Sie jedoch vorsichtig, wenn Sie sich mit Werken Ihrer Konkurrenz beschäftigen wollen. Hier kann es sein, dass Sie sich zu sehr in fremde Ideen vertiefen und in Gedankengänge, die Sie in anderen Büchern gelesen haben. Dadurch kann es schwerer werden, sich wieder auf die eigenen Ideen zu konzentrieren. Es kann aber genauso gut sein, dass fremde Ideen Sie anregen und Ihnen hilfreichen Input liefern, der Sie dennoch nicht am kreativen Schreiben hindert. Hier muss jeder für sich herausfinden, welche Herangehensweise am besten zu ihm passt.

Tipp 4: Stehen Sie mal vom Schreibtisch auf

Wenn Sie lange gearbeitet haben oder lange Zeit in derselben Position verbracht haben, kann eine kleine Änderung erfrischend und befreiend sein. Stehen Sie vom Schreibtisch auf, setzen Sie sich mal aufs Sofa oder in ein anderes Zimmer, stellen Sie sich mit einer Tasse Kaffee ans offene Fenster und blicken Sie hinaus. Machen Sie vielleicht auch einen kurzen Spaziergang, um Ihre Gedanken wieder in Gang zu bringen. Lassen Sie die friedliche Natur auf sich einwirken und nehmen Sie die frische Energie auf. Ein wenig Bewegung wirkt Wunder und Sie können mit neuer Kreativität in Ihr Projekt starten.

Tipp 5: Gehen Sie nach draußen

Ob sie nur eine kurze Runde durch die Nachbarschaft drehen oder sich direkt zum Schreiben in den Garten setzen, ist Ihnen überlassen. In jedem Fall wirken die Sonne, die frische Luft und die friedliche Umgebung belebend. Nutzen Sie dies für sich. Eine kurze Pause im Garten kann genauso erfrischend wirken, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Tipp 6: Versetzen Sie sich in Ideen hinein

Manche Ideen, die man zu Papier bringen möchte, können im ersten Moment abstrakt oder ungewohnt sein. Man fühlt sich vielleicht nicht ganz vertraut mit der Materie und hat nicht das Gefühl, als wäre man richtig im Thema drin. Sie können mehr Nähe zu Ihren Inhalten herstellen, indem Sie bestimmte Ideen im realen Leben durchspielen. Handeln Sie einmal so, wie Ihre Hauptperson und versetzen sich in ihre Gedanken hinein. Richten Sie einmal Ihre Küche so ein, wie Sie sie in Ihrem Roman beschreiben. Diese neuen Eindrücke helfen Ihnen womöglich, Inhalte besser nachzuvollziehen und neue Ideen zu generieren, die Sie in Ihrem Buch verwenden können.

Tipp 7: Weichen Sie auf alternative Formate aus

Wenn man schon den ganzen Tag vorm Bildschirm verbracht hat, kann es befreiend sein, sich einmal Stift und Papier zuzuwenden und handschriftlich weiterzuarbeiten. Vielleicht möchte man auch seinen Ideen komplett freien Lauf lassen und greift zum Diktiergerät, um verschiedene Formulierungen und Gedanken festzuhalten. Ein Medienwechsel kann erfrischen und Blockaden, die sich vielleicht schon anbahnen, auflösen oder abschwächen.

Tipp 8: Nutzen Sie bisherige Erfolge

Manchmal ist man sich unsicher und weiß nicht, ob man in die richtige Richtung arbeitet. Vielleicht hat man Angst, kritisiert zu werden oder ein schlechtes Buch zu schreiben, das niemandem gefallen wird. Der Unruhe und den Zweifeln, die damit einhergehen, kann man entgegenwirken, indem man sich etwas Zeit nimmt und sich bisherigen Werken und Erfolgen widmet. Vielleicht liest man positive Rezensionen durch, schaut sich lobende Kritiken zu vergangenen Büchern an oder versetzt sich noch einmal in das Erfolgsgefühl, das man damals bei der Veröffentlichung und den ersten Verkäufen hatte. Das Hochgefühl, das man damit verbindet, kann einem helfen, sich auch in der Gegenwart in eine bessere Stimmung zu versetzen. Ängste verschwinden, während Ihr Selbstbewusstsein und Ihre Zuversicht zurückkehren.

Tipp 9: Bringen Sie sich auf andere Gedanken

Man kann nicht durchgehend produktiv sein und schreiben. Man muss sich auch mal ablenken und auf andere Gedanken bringen. Dadurch reduzieren Sie Stress und schaffen mehr Ausgewogenheit in allen Lebensbereichen. Wenn Sie im Anschluss entspannter an den Schreibprozess herangehen können, werden dadurch auch kreative Ideenfindungen und Ihr Schreibflow begünstigt. Außerdem können Sie mit einem frischen Blick auf die nächsten Schritte blicken und Entscheidungen leichter treffen, bei denen Sie sich vorher vielleicht im Kreis gedreht haben.

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